Gesundheitsreform 2011 - Zweiklassenmedizin

Die Gesundheitsreform von 2011 steht derzeit schon wieder auf dem Prüfstand der Politik: Speziell die Oppsition sieht das Heraufdämmern einer Zweiklassenmedizin und möchte ds Thema gerne zum Wahlkampfschlager erheben. Mit dem Gegenvorschlag einer Bürgerversicherung sollen die privaten Krankenversicherungen faktisch abgeschafft werden, wobei nicht erklärt wird, wer die Kosten für die Bürgerversicherung jener bezahlt werden soll, die nicht in die Systeme einbezahlen.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. Es gibt geringe Zuschüsse für dringend erforderliche Medikamente, eine ambulante Behandlung auch bei an und für sich schweren Blessuren, die Unterbringung in Krankenhäusern, die an eine Jugendherberge oder Kaserne erinnern und dazu gewisse Vergünstigungen beim Zahnersatz, sofern man auch ohne Schmerzen regelmäßig den Dentisten aufsucht. Hinzu kommen immer neue Spielarten der Ergotherapie, exotische Formen der Homöopathie und eine ärztliche Grundversorgung in allen Bereichen, welche dazu führt, dass manch ein Patient vollkommen unnötig ein Wochenende im Krankenhaus verbringen muss, da gerade ein Bett nicht belegt ist.
Nicht abgedeckt sind unter anderem eine Unterbringung in einem ruhigen Zimmer, welches mancher Selbstständige benötigt, um trotz eines gebrochenen Fußes arbeiten zu können, ein vernünftiger Zahnersatz, eine Behandlung durch einen kompetenten Arzt sowie im Besonderen ein Krankentagegeld, welches Selbstständige benötigen, um ihre Existenz nicht zu gefährden.

Mit der Gesundheitsreform 2011 wurde der Beitrag der Arbeitgeber zur Krankenversicherung bei 7,3 % eingefroren, während der Beitrag der Arbeitnehmer derzeit bei 8,3 % liegt und nach oben offen ist. Allerdings wurden die Hürden vereinfacht, um aus der gesetzlichen Versicherung in eine private Krankenversicherung zu wechseln, welche wesentlich bessere Leistungen in allen Bereichen bietet. 
Hierzu zählen etwa die Behandlung durch einen Chefarzt oder eine vernünftige Unterbringung in einem guten Krankenhaus sowie eine volle Medikamentenrückerstattung, Zahnersatzzusatzleistungen oder großzügige Reha-Maßnahmen; hinzu kommen Bonusleistungen, falls man keine ärtzlichen Leistungen in Anspruch nimmt.

Da die demografische Entwicklung in Deutschland einen erheblichen Anstieg der derzeitigen Beiträge für die gesetzlich Versicherten bei weiter sinkenden Leistungen sicher vorausahnen lässt, ist es daher wichtig, in eine private Krankenversicherung zu wechseln oder zumindest eine private Zusatzversicherung abzuschließen, welche allen Bevölkerungsschichten offensteht.